Rede zur Einweihung des Schülerlabors von Dr. Hans Dierkes
Sehr geehrter Herr Bürgermeister!
Sehr geehrter Herr Prof. Ziemek!
Sehr geehrter Herr Prof. Klenk!
Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Meine Damen und Herren!
Wenn man als neu bestellter Schulleiter den Abschluss eines lange geplanten, also zweifelsohne älteren,
Unternehmens feierlich begeht - die Rede ist von der Einweihung unseres Schülerlabor draußen auf dem
Hof – wenn man also, anders gesagt, wahrnimmt, dass man als Neuer immer auf den Schultern seiner
Vorgänger steht,
dann weiß man zugleich, dass man eine Erbe – nein: dass man deren Erbe - weiterzuvermitteln hat.
Von jemandem also, sag’ ich, der erntet, wo er nicht gesät hat, kann daher zu Recht dreierlei erwartet werden:
Rückblick, Dank und Perspektive!
Mit einem Rückblick auf die Geschichte des Schülerlabors beginne ich und wähle als Leitmetapher
das in der Naturwissenschaft nicht ganz unbekannte Schalen-Modell.
Äußere Einschachtelung und Einbettung des Schülerlabors war zweifellos die Entscheidung – gewissermaßen
als Kontrastprogramm zu den Anliegen der Namenspatronin ‚Käthe Kollwitz’ – der Schule einen
naturwissenschaftlichen Schwerpunkt zu geben. Diese Entscheidung fiel im Jahre 2000 unter meinem
Vorgänger, Herrn Zajonz, und seiner damaligen
Stellvertreterin, Frau Dr. Schulze, der heutigen Fachdezernentin für Chemie bei der Bezirksregierung
Köln.
Herrn Zajonz möchte ich damit ausdrücklich begrüßen, Frau Dr. Schulze ist leider heute verhindert. Ihnen beiden aber
gilt heute mein erster Dank!
Zugleich war diese Entscheidung für ein naturwissenschaftliches Profil an einem städtischen Gymnasium
sinnvoll eingebettet in die Gesamtkonzeption eines ambitionierten ‚Chemiestandortes Wesseling’. Daher
von Anfang an die wohlwollende Unterstützung der Stadt und der umliegenden Industrie. Auch an diese
Adressen muss für ihre generöse Förderung schon an dieser Stelle mein nächster Dank gerichtet sein!
Und ich tue dies, indem ich Ihnen, Herr Bürgermeister, für diese Hilfe ganz ausdrücklich den Dank der
Schule sage!
Zur Förderung durch die Industrie wird Herr Funke später eigens noch etwas sagen.
Diese Grundentscheidung für ein naturwissenschaftliches Profil wurde ein erstes Mal konkretisiert –
und damit zieht sich die Schlinge um den Kern, auf den ich hinaus will, immer enger – durch den Antrag,
das KKG unter die MINT- Anwartschulen aufzunehmen. Dieses Anliegen ist seitdem zäh und kontinuierlich
weiterverfolgt worden. Wir hoffen sehr, dass
es bald vom Erfolg gekrönt sein wird – auch Dank des Schülerlabors.
Noch enger wurde der Kreis gezogen durch den systematischen und gezielten Aufbau einer vor allem
naturwissenschaftlichen Wettbewerbskultur am KKG. Sie hat inzwischen bereits vorzeigbare Erfolge
gezeitigt bei einschlägigen Veranstaltungen auf
den naturwissenschaftlichen Kernfeldern Chemie, Physik und Biologie.
Und noch einmal ein Stück enger wurde der Kreis um das Zentrum gezogen durch die Einrichtung einer
Herbst-Ferien-Akademie für naturwissenschaftlich
begabte Viertklässler vor allem der umliegenden Grundschulen.
Und schließlich kommen wir dem Kern in einem letzten Schritt schon ganz nahe durch die in diesem Jahr
auch vertraglich
zum Abschluss gekommene Kooperation mit der Universität Bonn.
So nahe, dass wir den Blick auf den Kern in diesem Schalenmodell auch gleich direkt richten können:
das neue Schülerlabor, dessen Einweihung wir heute feiern dürfen!
In Idee und Realität unseres Schülerlabors schießen die genannten Einzelkomponenten gewissermaßen
zusammen zu einem – und nun lassen Sie mich die Metapher wechseln – zu
einem strömenden Wasserfall naturwissenschaftlicher Förderung am KKG!
Es kommen – noch einmal – im Einzelnen zusammen:
- Zunächst die Wettbewerbskultur am KKG, die sich in den sehr ausgearbeiteten und ambitionierten
naturwissenschaftlichen AGs ausdrückt. In ihnen wird – als Ergänzung zum Einzelfachunterricht –
das problemorientierte und problemlösende Denken, das Gehen eigener experimenteller Wege im
naturwissenschaftlich-technischem Felde eingeübt, freilich nicht in einem frei flottierenden,
unverbindlichen Sinne, sondern immer auch als Verantwortung für die Sicherung, Überprüfbarkeit und
Vermittelbarkeit der Ergebnisse.
- Es kommt dazu die Zusammenarbeit mit der Universität Bonn. Sie stellt ja die Tutorinnen und Tutoren
vor allem für die so wichtige ‚Naturforscher AG’ für die Klassen 5–7.
Für diese zentrale AG sind die Räume des Labors ja eigentlich gedacht.
Und da die Zusammenarbeit auch an der Universität Bonn stattfindet, darf ich von dort ausdrücklich
Herrn Professor Glaum begrüßen und ihm stellvertretend für
die entgegenkommende Förderung auch durch die Universität danken!.
- Und schließlich kommt dazu die Herbst-Ferienakademie für naturwissenschaftlich begabte Grundschüler
und -schülerinnen in und um Wesseling, für die ja auch die Räume des Schülerlabors zur Verfügung stehen,
zumal die normalen Fachräume für die beträchtlichen Mengen
an Jungforschern – vor kurzem waren es 86 – gar nicht ausreichten.
Dies alles steht im Rahmen eines Schulprogramms und wird – sonst wäre es nicht möglich –
getragen vom Engagement des gesamten Kollegiums. Gute Schule ist eben – Spezialisierung hin,
Spezialisierung her – immer auch das Ergebnis von guter Teamarbeit.
Gute Teamarbeit schließt freilich die besondere Leistung Einzelner nicht aus, sondern gerade ein.
Daher gilt – last but not least - nun mein Dank Herrn Kollegen Michael Funke, der seit Beginn seiner
Tätigkeit hier mit nimmermüdem Einsatz, mit didaktischen Ideenreichtum und pädagogischem Geschick den
naturwissenschaftlichen Schwerpunkt vertieft und insonderheit die Einrichtung dieses Schülerlabor zu
seinem ureigensten
Anliegen gemacht hat. Bis hin zu Planung und Durchführung der Veranstaltung heute.
Und schließlich kommen wir dem Kern in einem letzten Schritt schon ganz nahe durch die in diesem Jahr
auch vertraglich
zum Abschluss gekommene Kooperation mit der Universität Bonn.
Ihm sei daher an dieser Stelle der ausdrückliche Dank der gesamten
Schulgemeinde auch coram publico gesagt!
Rückblick und Dank sind damit abgeschlossen. Was aber bleibt an Perspektive?
Perspektive nicht nur in dem selbstverständlichen Sinne einer konsequenten und beharrlichen
Weiterführung des oben beschriebenen Weges.
Das ist selbstverständlich. Sondern Perspektive auch in einem noch etwas grundsätzlicheren Sinne:
Die Konzeption des naturwissenschaftlichen Schwerpunktes an dieser Schule steht zugleich für so etwas
wie die Perspektive einer erneuerten, einer – ich möchte sagen - Post-PISA-Schule. in ihr wären
Lernergebnis und Lernfreude, Sache und Motivation, nicht mehr getrennt, sondern nur zwei Seiten
derselben Medaille. Ich sage bewusst Lernfreude, nicht Spaß! Denn Freude erwächst aus dem ausdauernden
Ernst an der Sache und stellt sich ihr nicht entgegen. Spaß dagegen ist nur auf ein kurzzeitiges
Erlebnis gerichtet, das nicht eine Sache, sondern
nur die Wiederholung eines Erlebnisses will, für das eine dauerhafte Sachkenntnis nur hinderlich ist.
Erst wenn in Schule Freude und Wissen, Qualität und ‚Qual’ – um mit Herrn Zajonz zu sprechen - nicht
mehr gegeneinander ausgespielt werden, werden wir wieder Anschluss an die großen schulischen
Leistungsgesellschaften finden.
Es spricht viel dafür, dass sich in der Konzeption unseres Schülerlabors so etwas wie die Konzeption
einer Post-Pisa-Schule andeutet!
Ich danke Ihnen!
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